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Wie uns kleine Kristalle trocken halten

Date

10.06.2020

Category

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Tags

/HEALTH

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Ist Aluminium in Deos schädlich?

Schwitzen beim Workout oder den Kursen gehört einfach dazu. Daher haben wir die seit längerem oft diskutierte Frage aufgegriffen, wie schädlich die Deodorants mit Aluminium wirklich sind.

 

Deo oder Antitranspirant?

Zuerst einmal müssen wir unterscheiden zwischen Deodorant und Antitranspirant. Fälschlicherweise hat sich der Begriff „Deo“ im Sprachgebrauch für beide Produktgruppen eingeschlichen, die jedoch recht unterschiedlich sind. Ein Deodorant überdeckt eigentlich nur den Geruch und hemmt die Geruchsbildung, beispielweise durch antibakterielle Wirkstoffe, verhindert aber nicht, dass wir schwitzen. Ein Antitranspirant, oder auch Antiperspirant, verengt hingegen durch Aluminiumchlorid die Schweißdrüsen und bildet zusätzlich eine gelartige Schicht, die die Poren zeitweise verstopft. So bleiben wir mit einem Antitranspirant eher trocken.

 

Ist Aluminium wirklich so schlimm?

Da Aluminium das dritthäufigste Element auf diesem Planeten ist, ist es unvermeidlich, dass wir damit in Kontakt kommen oder es sogar in uns aufnehmen. Auch hier ist wie immer die Dosis wichtig: zu viel ist nie gut. Da unser Organismus kein Alu benötigt oder verarbeiten kann, sollten wir darauf achten, nur geringe Mengen in unseren Körper zu lassen. Der Großteil hiervon wird dabei über die Nahrung aufgenommen, z.B. in unverarbeiteten Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Getreideprodukten oder Kakao. Auch in vielen bunten Glasuren von Zuckerwaren findet sich Aluminium.

Aber um wirklich krank zu werden, benötigt ein normal gesunder Mensch entsprechend hohe Dosen dieses Elements – besonders kritisch wäre eine verstärkte Aufnahme bei Personen mit Nierenerkrankungen, die Aluminium nicht mehr so gut ausscheiden können. In den 70ern traten nachweisbare Fälle von Gehirnschädigungen auf, die einer Demenz glichen, da Patienten bei der Dialyse noch enorm hohe Mengen Aluminiumsalze in den Lösungen verabreicht bekamen.

Auch der Verdacht, dass die Aufnahme von Aluminium zu Krebs (vor allem Brustkrebs) oder Alzheimer führen kann, liegt nach vielen Beobachtungen nahe, konnte aber noch nicht definitiv erwiesen oder bewiesen werden. Viele unabhängige Forscher und Studien sind sich heute immer noch uneins, wie die Zusammenhänge zwischen Aluminiumsalzen und Krankheiten sind.

 

Darf ich Alu-Deos jetzt nutzen?

Die vertretbare Höchstmenge, die wir täglich an Aluminium aufnehmen dürften, liegt laut Empfehlung bei ca. 1mg pro 1kg Körpergewicht. Ein Erwachsener nimmt im Normalfall zwischen 0,2 mg bis 1,5 mg/kg auf. Der Gebrauch eines Alu-Deos gilt für viele Forscher als unbedenklich, da die recht geringe Dosis im „Grundrauschen“ der Tageszufuhr fast schon untergehen würde. Neben Aluminium in Lebensmitteln findet sich der Stoff nämlich auch in diversen Kosmetika, Sonnencremes oder weißenden Zahnpasten. Auch gerade jetzt zur Grillzeit ist Vorsicht ist geboten bei der Verwendung von Schalen und Geschirr aus Aluminium: Denn salz- und säurehaltiges Essen lösen gewisse Mengen aus dem Metall heraus und erhöhen die Dosis beim Essen.

Da Langzeitstudien aber weder die eine noch die andere Meinung 100-prozentig untermauern können, ist die Deo-Frage noch nicht endgültig geklärt. Es wird jedoch empfohlen, aluminiumhaltige Antitranspirante nicht direkt nach einer Rasur der Achseln zu verwenden, da hier winzig kleine Verletzungen auftreten, die eine erheblich größere Menge Alu in den Körper hineinlassen. Also lieber abends rasieren, morgens einsprühen! Und wer nicht gerade einen Tag in Gluthitze oder sportlicher Höchstleistung vor sich hat, sollte auch gerne mal ein einfaches Deodorant benutzen.