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Prävention und Wiedereinstieg nach einem Bandscheibenvorfall

Autor


Date

03.02.2020

Category

BODY

Tags

/HEALTH

Don’t train with pain

Rückenschmerzen können verschiedenste Ursachen haben: Muskelverletzungen, Wirbelgelenkblockierungen, Wirbelbrüche und unter anderem auch Bandscheibenvorfälle.

Als Grundlage muss man wissen, dass die Wirbelsäule aus 24 freien Wirbelkörpern besteht (7 Hals-, 12 Brust- und 5 Lendenwirbel), welche über 23 dazwischen liegende Bandscheiben beweglich verbunden sind. Lebenswichtige Organe wie Herz und Lungen sind durch den starren Brustkorb mit den Rippen geschützt, somit ist die Brustwirbelsäule (BWS) nicht so beweglich wie die Hals- und Lendenwirbelsäule (HWS bzw. LWS). Sie werden im Alltag stärker beansprucht, somit häufen sich hier potentielle Probleme der Wirbelgelenke und Bandscheiben.

Eine Bandscheibe besteht zum einen aus einem zu 80% flüssigkeitsgefülltem Kern, dem Gallertkern oder Nucleus pulposus, und einem umgebenden Faserringkissen, dem Annulus fibrosus. Dieses Konstruktionsprinzip verwenden auch einige Laufschuhhersteller, indem sie Gelpolster in die Fersenteile der Sohlen einbauen.

Hinter den Bandscheiben verläuft das Rückenmark, also die elektrischen Leitungen, welche das Gehirn mit der Peripherie verbinden. Ein Druck auf diese Nervenleitungen führt über den „Kurzschluss“ zu massiven Schmerzen, eventuell sogar zu Empfindungsstörungen oder Muskellähmungen.

Man spricht von einem Bandscheibenvorfall oder -Prolaps beim Durchbrechen des Gallertkerns durch den Faserring. Sollte sich die gesamte Bandscheibe nach hinten wölben und eventuell ebenfalls auf das Rückenmark Druck ausüben, so spricht man von einer Bandscheibenvorwölbung oder -Protrusion. Die Beschwerden sind jedoch identisch.

 

Es gibt nun mehrere Faktoren, die die Lebensdauer einer Bandscheibe maßgeblich beeinflussen:

  • Die genetisch bedingte Beschaffenheit des Gewebes. Sie liegt aber logischerweise außerhalb unserer Beeinflussbarkeit. Tatsächlich gibt es ganze Familien, in der sich Bandscheibenprobleme häufen. Bei bekannter erblicher Vorbelastung sollte Prävention jedoch eine besondere Rolle spielen.
  • Der permanente Druck durch die Schwerkraft. Da die Bandscheibe im Erwachsenenalter nicht mehr über eigene Blutgefäße verfügt, erfolgt die Versorgung der Nährstoffe über eine wechselnde Druckbelastung, womit lange und einseitige Sitzpositionen möglichst zu vermeiden sind. Bewegung ist deshalb für die Bandscheibenernährung essentiell. Eine Überlastung z.B. durch Beinpresse mit sehr hohen Gewichten oder häufige Langdistanzläufe haben einen negativen Effekt. Je näher sich nämlich der Gewichtsschlitten der Brust nähert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Becken nach oben kippt. Dadurch entsteht ein Rundrücken, der die Bandscheiben stark belastet. Gerade bei schweren Gewichten ist es gefährlich den Rücken in eine ungünstige Position zu bringen. Man könnte zwar den Bewegungsumfang bei der Presse verringern, aber das würde die Übung nur noch uneffektiver machen.
  • Belastung durch erhöhte Kräfte: Rotationen im Bereich der LWS und Hüften sind ein essentieller Bestandteil vieler Sportarten (z.B. Tennis, Golf, Kampfsport etc.). Nur wenn zusätzlich eine hohe axiale oder senkrecht gerichtete Kraft hinzukommt, ist das Risiko einer Bandscheibenverletzung erhöht. Ein Beispiel wäre etwa das seitliche Herausheben eines schweren Koffers von einem Förderband am Flughafen.


Prävention

Vorbeugend gilt es, eine hohe Rumpfstabilität zu fördern durch Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur. Überlastungen durch zu hohe Gewichte oder eine zu hohe Trainingsfrequenz sollten vermieden werden, da entweder die Muskulatur direkt geschädigt wird oder eine Regeneration derselben verhindert wird.

 

Symptome

Erste Hinweise für ein Bandscheibenproblem geben permanente, starke Rückenschmerzen, besonders verstärkt auch nachts und morgens, eventuell mit Ausstrahlung in Arme oder Beine, sowie eine dann eintretende Besserung durch Bewegung im Laufe des Tages (Lösen der Nerven von der Bandscheibe durch Bewegung).

 

Behandlung

Die kausale Behandlung eines Bandscheibenleidens sollte zuerst die Schmerz- und Beschwerdefreiheit zum Ziel haben, danach folgt der Aufbau der Rumpfstabilität. Für eine Schmerzlinderung können Medikamente eingesetzt werden.  Operationen sollten möglichst vermieden werden. Alternativ gibt es konservative Therapieformen wie Physiotherapie, Akupunktur oder Extensionen/spinale Dekompression. Bei letzterem wird manuell oder gerätetechnisch die HWS oder LWS wiederholt gedehnt/gestreckt, was den Bandscheiben die Rückkehr in die natürliche Position erleichtert.


Training

Nach Freigabe durch den behandelnden Arzt kann das Training wieder aufgenommen werden. Der Zeitraum, wann ein Training wieder möglich ist, hängt stark vom Behandlungserfolg der medizinischen Maßnahmen ab. Ein Training unter Schmerzen sollte in jedem Fall vermieden werden, da ein frühzeitiges Anspannen der Rumpfmuskulatur nur die Kompression auf Bandscheiben und Nerven weiter erhöht.

Mehr Informationen: www.dr-chen.de

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