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Schnelle Hilfe bei Schmerzen am Schreibtisch

Autor

Kathrin Prax

Date

09.06.2020

Category

BODY

Tags

/HEALTH

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Verspannungen lösen durch Augentraining

Verspannungen im Nacken, in Brust- und Lendenwirbelsäule, Schmerzen im Bereich des Kopfes, verschwommenes Sehen – diese Beschwerden kennt fast jeder, der hauptberuflich am Schreibtisch sitzt. Im Office haben wir oft die Möglichkeit, mit mehreren Bildschirmen zu arbeiten oder Stuhl und Schreibtisch so einzustellen, dass ein ergonomisches Arbeiten gewährleistet ist. 

Während der Corona-Pandemie waren viele Angestellte gezwungen, das Office in ihre heimischen vier Wände zu verlegen. Doch diese, für Schreibtisch-Arbeit häufig schlecht eingerichteten Räumlichkeiten, sind eher kein gutes Beispiel für einen ergonomischen Arbeitsplatz. Und das macht sich nun allmählich in körperlichen Beschwerden bemerkbar, die man nicht mehr los wird.

Mittlerweile sollte eigentlich bekannt sein, dass Schmerztabletten hier nicht dauerhaft eine Lösung bieten, sondern oft nur sehr kurzweilig und zusätzlich auch noch unsere Leber und Nieren mit dem Abbau der chemischen Stoffe belasten. 

Langanhaltender und schonender für die Gesundheit des Körpers ist Bewegung. Auch hier sollten die meisten Menschen mittlerweile wissen, dass Bewegung nicht nur dem Körper nachweislich gut tut, sondern die durch die Aktivität freigesetzten Hormone Stress abbauen und sich positiv auf die Seele auswirken.

Mobilisationsübungen für angespannte Muskeln wie Neckrolls, Schulterkreisen, Beckenkippen und Wirbelsäulenrotation sind bekannte Übungen, die man sich immer mal wieder in den Kopf rufen und durchführen darf.

Hier möchten wir eine weitere Möglichkeit erklären, wie man diese Homeoffiice-Verspannungen auch noch lösen kann. Dazu muss man etwas tiefer in unseren Körper hineinschauen und verstehen, dass unser Kopf und die Wirbelsäule bis zum Steißbein miteinander verbunden sind. 

Diese Verbindungen bestehen durch unsere Nerven, Gefäße, Muskeln, Knochen und die im Trend liegenden Faszien. Noch eine Verbindung stellen die Hirn- und Rückenmarkshäute dar. Diese Häute umhüllen die Wirbelsäule, Nerven, Gefäße, Knochen und Organe wie Gehirn und Augen. Die Spannung der Häute beeinflussen somit den Druck oder die Spannung auf die in ihr eingebetteten Strukturen und können diese unter Stress setzen. Oder anders herum: Wenn wir vor dem Bildschirm sitzen und unsere Augen oft mehr als 8 Stunden am Tag anstrengen, bekommen die Häute Spannung und geben diese weiter. Man bekommt vielleicht Kopfschmerzen oder Nackenverspannungen. Hier spricht man also von einer reziproken Spannungsmembran. Reziprok bedeutet wechselseitig oder aufeinander bezüglich. Der Körper besteht zwar aus verschiedenen Teilen, aber er funktioniert als EIN System; jedes Teil muss funktionieren, damit das ganze System funktioniert. So ist es also nicht verwunderlich, dass z.B. die Spannung in unserem Nacken die Spannung in unseren Augen beeinflusst oder auch umgekehrt. In der Physiotherapie beispielsweise und in osteopathischen Konzepten werden die Augen schon lange eingesetzt, um die Blockaden in der Halswirbelsäule zu beeinflussen.

Abnorme Spannungszustände in diesem System können verschiedene Wirkungen auf den Körper haben. Es kann zu Versorgungs- und Abflussstörungen in den Hirngefäßen und somit zu Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Sehstörungen kommen. Durch Druck auf die versorgenden Nerven können abnorme Spannung in der Kau-, Nacken- und Halsmuskulatur entstehen und so zu Zähneknirschen und Bewegungseinschränkungen in der Wirbelsäule führen. Außerdem liegt mittendrin noch das empfindliche Steuerorgan unseres Hormonsystems, der Hypothalamus. Wenn dieser gestresst wird, wirkt sich das z.B. negativ auf unseren Schlafrhythmus, Nahrungs- und Wasseraufnahme, unser Sexualverhalten und unseren Blutdruck aus. All das sind Faktoren, die unseren Körper stressen. Und Stress ist bekanntlich kein Zustand, den man anstreben sollte.

 

Probiere doch mal folgende Übung:

Setze Dich aufrecht hin. Deine Füße stehen fest auf dem Boden, der Blick geht gerade aus und Deine Hände ruhen auf Deinen Oberschenkeln. Schaue nach oben und wieder zurück zur Mitte (nur die Augen, der Kopf bleibt still). Wiederhole dies 10 mal, schließe danach die Augen und entspanne kurz.

Wiederhole das Prinzip in folgende Richtungen:

  • Nach unten
  • Nach rechts
  • Nach links
  • Nach rechts oben
  • Nach links unten
  • Nach rechts unten
  • Nach links oben
  • Im Uhrzeigersinn kreisen
  • Gegen den Uhrzeigersinn kreisen

Spürst Du einen Zug oder Stechen oder ein unangenehmes Gefühl in der Schläfe? Dann mache ruhig vorsichtig weiter und spüre, wie die Spannung langsam nachlässt.

Viel Erfolg beim Ausprobieren!

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Kathrin Prax

Physiotherapeutin mit Fortbildungen in Manueller Therapie, Lymphdrainage, Krankengymnastik am Gerät und vielem mehr, staatlich anerkannte Osteopathin, Fitnesstrainerin B-Lizenz