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Krämpfe wegen Magnesiummangel?

Autor

Kathrin Prax

Date

17.09.2020

Category

BODY

Tags

/HEALTH

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Mythos: Muskelkrämpfe und Magnesium

Recherchiert man „Was hilft gegen Muskelkrämpfe?“, so findet man einige Einträge, die Magnesium als Wunderwaffe anpreisen und dazu ein geeignetes Präparat empfehlen. Aber hilft Magnesium denn wirklich gegen Muskelkrämpfe? Es ranken sich so einige Mythen und Anekdoten um das Thema – doch leider ist es wie bei vielen medizinischen Themen der Fall, dass es wenige Untersuchungen gibt; und wenn, dann werden diese häufig durch andere Studien widerlegt.

Die Vermutung, dass ein Magnesiummangel zu Muskelkrämpfen führt, ist wissenschaftlich nicht belegt. Tatsächlich kommt ein solcher Mangel in Deutschland sogar sehr selten vor und fällt daher als Ursache für die Krämpfe schon fast aus. Andere Untersuchungen nennen den Flüssigkeitsverlust beim Sport, eine Verschiebung des Elektrolythaushalts, eine Ermüdung der Muskulatur, eine misslungene Kommunikation zwischen Muskeln und Nerven, Alkoholkonsum oder verschiedene Medikamente und Erkrankungen als mögliche Ursachen für die Krämpfe. Keine dieser Annahmen ist jedoch bisher wissenschaftlich bestätigt worden.

Fest steht: Wer unter Mineralstoffmangel leidet und sich ungesund ernährt oder zu wenig trinkt, hat keine gute Basis, um Krämpfen vorzubeugen! Betrachtet man die Physiologie einer Muskelanspannung und -entspannung, wird klar, dass für diesen Prozess mehrere Mineralien und Spurenelemente notwendig sind und deswegen nicht alleine das Magnesium dafür verantwortlich gemacht werden kann. Da es jedoch relativ günstig in der Anschaffung ist und relativ wenige Nebenwirkungen aufweist, wird es häufig gegen Muskelkrämpfe empfohlen. Bei einer Überdosierung kann es lediglich zu Durchfall kommen. Andere Wirkstoffe, wie z.B. Chinin, haben bei regelmäßiger Einnahme oft starke Nebenwirkungen, weshalb dieser nicht ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden sollte.

Fazit
Bis heute konnte wissenschaftlich nicht geklärt werden, wie Muskelkrämpfe entstehen oder was man vorbeugend dagegen tun kann. Wenn Du häufig darunter leidest und herausfinden möchtest, woher die Krämpfe kommen, empfiehlt es sich, eine Art „Tagebuch“ zu führen und genau zu dokumentieren, wann die Krämpfe auftreten, was Du davor gemacht, gegessen oder getrunken hast, um ein mögliches Entstehungsmuster dahinter erkennen zu können. Zudem kann ein differenziertes Blutbild Klarheit bringen. Hier kann geprüft werden, ob überhaupt ein Mineralstoffmangel vorherrscht. Was auf alle Fälle zunächst bei plötzlichem Auftreten eines Muskelkrampfes hilft, ist vorsichtiges Dehnen und Massieren der krampfenden Muskulatur!

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Kathrin Prax

Physiotherapeutin mit Fortbildungen in Manueller Therapie, Lymphdrainage, Krankengymnastik am Gerät und vielem mehr, staatlich anerkannte Osteopathin, Fitnesstrainerin B-Lizenz