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Über die außergewöhnlichsten Sportler der Welt

Date

21.08.2020

Category

LIFE

Tags

/PEOPLE

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Hall of Fame: Kelly Slater


Es gibt Persönlichkeiten in der Sportwelt, die Herausragendes geleistet haben. Entweder durch Leistungen und Auszeichnungen, Rekorde, durch soziales Engagement oder einfach durch skurrile und ungewöhnliche Geschichten. Einige der Namen sind weltbekannt, andere hört Ihr vielleicht zum ersten Mal. Wir stellen Euch im Laufe dieser Serie ein paar von diesen Menschen vor: zur Inspiration, zum Allgemeinwissen oder einfach für die Freude am Sport.

Vom Aussteiger-Sport zum Beach-Boom

Surfen zählt nicht zu den weltweit bekanntesten und am häufigsten praktizierten Sportarten auf dem Globus wie Fußball, Basketball oder Tennis. Hierfür braucht man vor allem eines: ein Meer; am besten mit riesigen Wellen!

Und dass es für das Surfen professionelle Weltmeisterschaften und sogar eine olympische Disziplin gibt, weiß bis heute auch nicht jeder. Viele Menschen sehen die Surfer-Community eher als eine eingeschworene Gemeinschaft – coole, sonnengebräunte Frauen und Männer, ein einsames Leben am Strand und eine grundgechillte Lebensweise im Einklang mit der Natur. Aber es gibt einen Mann, der dieser Sportart ein markantes Gesicht gegeben hat: Kelly Slater.

Die Surflegende aus Florida

Robert Kelly Slater hatte das Glück, 1972 in Cocoa Beach, Florida, direkt am Meer geboren zu werden und aufzuwachsen. Da war es naheliegend, dass er bereits mit 5 Jahren schon auf einem Board stand und sich sicher war, was er sein Leben lang tun wollte. Im Alter von 10 Jahren gewann der kleine Kelly bereits alle Wettkämpfe seiner Altersklasse an der gesamten Ostküste der USA. Zwei Jahre später machte er sich bereits international einen Namen bei sämtlichen Jugendmeisterschaften, bevor er 1992 auf Hawaii seinen ersten Weltmeistertitel und gleichzeitig den Rekord als „jüngster Surf-Champion der Welt“ sicherte. Damals war Slater gerade mal 20 Jahre alt. Schon zu diesem Zeitpunkt wurde das Interesse an seiner Person auch außerhalb der Szene größer und Slater durfte einige Monate als „Jimmy Slate“ in der Kult-Serie Baywatch mitspielen. Später sagte der Surfer in einigen Interviews, er habe es gehasst und wollte zu der Zeit lieber weitere Titel in den Wellen gewinnen. Auf Drängen seiner Mutter und seines Managers habe er damals aber für die Rolle unterschrieben – immerhin war er so einige Zeit mit Pamela Anderson liiert; ein Traum vieler Männer in den frühen 90ern!

Bis 1998 folgten fünf weitere Weltmeistertitel, die ihn damals schon als Ikone der Surfer-Szene etablieren sollten. Für den charismatischen Sportler mit Glatze und stahlblauen Augen war dies der Zeitpunkt, seine Profikarriere erst einmal an den Nagel zu hängen, da Slater für sich alle Ziele erreicht hatte. Durch lukrative Werbeverträge, unter anderem mit der Marke Quicksilver, und professioneller Vermarktung seiner Person, stemmte Slater nicht nur den Surfsport in einen Mainstream-Lifestyle, sondern hatte auch die Freiheit, weitere private Pläne zu verfolgen – „Der Millionär in Badelatschen“ machte seinem Namen alle Ehre. So beschloss er, um die Welt zu reisen und an diversen alternativen Surf-Filmen mitzuwirken.

Nicht nur als Profisportler, sondern auch mit seinem Privatleben zog Slater das Interesse mancher Boulevard-Magazine auf sich. Der als Frauenliebling geltende „Slats“ machte so manche Schlagzeilen mit berühmten Partnerinnen wie Pamela Anderson, Gisele Bündchen oder Bekanntheiten wie Cameron Diaz. Mit letzterer wurde ihm oft ein Verhältnis nachgesagt, was Slater jedoch wiederholt dementierte.

 

Kelly Slater t

Zurück zur Welle des Erfolges

Nach freiwilliger Karrierepause dachte der mehrfache Weltmeister gerade über sein Comeback nach, als sein Vater Anfang der 2000er an Krebs erkrankte. Slater verschob seine Pläne erst einmal nach hinten, um sich um dessen Pflege zu kümmern. Im Jahr 2003 stieg er wieder offiziell in Wettkämpfen auf sein Board, verlor aber im letzten Contest gegen seinen berühmt-berüchtigten Gegner Andy Irons – eine der bekanntesten Rivalitäten im Surfsport. 2005 fand Slater jedoch seine alte Form wieder und sicherte sich seinen sechsten Weltmeistertitel. Der Erfolg riss trotz seines steigenden Alters nicht ab: Bis 2011 sollte er insgesamt 11 mal Weltmeister werden; zudem wurde er nach seinem letzten Sieg auch noch „ältester Surf-Champion der Welt“ – der jüngste Champion war er ja schon bereits 1992.

Heute ist der ehemalige Weltmeister vielseitig beschäftigt: Neben seinen Pflichten als Familienvater und einer eigenen Band, setzt er sich als Botschafter für den Erhalt und Schutz der Meere ein. Auf seiner Surf-Ranch in Kalifornien entwickelte er in einem 700-Meter-Pool eine künstliche „perfekte Welle“, auf der er selbst und seine Kollegen wie in einer privaten Achterbahn unter besten Bedingungen reiten können.

„Ich will surfen, bis ich 70 bin“, so die Surf-Legende in einem Interview. Ob eine Teilnahme bei Olympia mit 47 Jahren, Pilotenschein oder noch mehr Reisen – Slater hat auf jeden Fall noch viele Pläne für die Zukunft.

Der befreundete Musiker und ebenfalls surfende Jack Johnson sagte einmal über seinen Freund „Slats“, dieser habe „Meerwasser anstatt Blut“ in seinen Adern. Dass beide versucht haben, ob man mit einer Tür surfen könne und nur Kelly Slater dies geschafft hat, zeigt, dass das vielleicht sogar wahr sein könnte…

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